Fotograf/Fotografin (Ausbildung)
Beruf im Überblick
FOTOGRAF/FOTOGRAFIN gültig ab 01.08.2025
Dieser Beruf wurde neu geordnet. Die neue Ausbildungsordnung tritt am 01.08.2025 in Kraft.
Informationen zum aktuell geltenden Ausbildungsberuf Fotograf/Fotografin
Hintergrund der Neuordnung
Im Fotografenhandwerk hatten sich in den vergangenen Jahren deutliche technologische Fortschritte und Marktveränderungen ergeben. Digitale Kamerasysteme mit einer Auflösung von zurzeit bis 150 Mio. Pixel hatten zu einer enormen Qualitätssteigerung geführt. Mittelformatkameras und verstellbare Kamerasysteme kamen seltener zum Einsatz. Die verbesserte Lichtempfindlichkeit der modernen Kameras ermöglichte, viel mehr mit vorhandenem, natürlichem Licht zu arbeiten. Der fotografische Workflow von der Aufnahme bis zur Bildausgabe wurde vollständig digitalisiert. Mit den Mitteln der virtuellen Fotografie (Computer Generated Imagery) wurden Motive z. B. auf der Basis von CAD-Daten in einem 3D-Programm texturiert, beleuchtet und „fotografiert“. Das ermöglichte dem Kunden erhebliche Kosteneinsparungen, da z. B. Produkte nicht in allen verfügbaren Varianten für Produktaufnahmen produziert werden mussten, sondern virtuell erzeugt werden konnten. Zur Tätigkeit des Fotografen gehörte heute auch das Erstellen von Videos als Ergänzung zum Fotografieren. So wurden Produktvideos, Imagevideos von Unternehmen, Hochzeitsvideos etc. vom Kunden gefordert. Gleichzeitig hatte die Kommunikation mit Foto und Video, insbesondere durch die sozialen Netzwerke, zu einem gestiegenen Bedarf an Bildern geführt. Fotografen und Fotografinnen mussten diesen medienspezifischen Anforderungen bereits heute und zukünftig gerecht werden. Das betraf die technische Realisierung, aber auch die konzeptionelle Entwicklung in der Fotografie. Die genannten Entwicklungen, aber auch der erhebliche Rückgang an Ausbildungsverträgen, erforderten dringend die Modernisierung der Ausbildungsordnung. Einerseits sollte im Berufsbild die Bilderstellung, auch vor dem Hintergrund der enormen Bildverwendung in den sozialen Netzwerken, abgebildet werden. Andererseits musste die Ausbildung so gestaltet werden, dass spezialisierte Betriebe entsprechend den heutigen technologischen Anforderungen ausbilden konnten.
Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit
Kamerabasiertes und softwaregestütztes Umsetzen eigener oder vorgegebener Bildkonzeptionen in fotografische Stand- und Bewegtbildaufnahmen und deren Präsentation, Analysieren von Kundenwünschen und Auftragszielen, Erstellen von Aufnahmeentwürfen und Bildkonzeptionen, Beraten von Kundinnen und Kunden hinsichtlich der Bildgestaltung und Realisierung fotografischer Stand- und Bewegtbildaufnahmen, Vorbereiten der Umsetzung fotografischer Standbildaufnahmen, Bewegtbildaufnahmen und Tonaufnahmen, Einsetzen von Beleuchtung unter Berücksichtigung des Lichtes und der Lichtführung, Optimieren und Bearbeiten von erstellten Stand- und Bewegtbildaufnahmen, Bereitstellen der aufbereiteten Daten für die weitere Verwendung in unterschiedlichen Medien, Ausgeben von Bilddaten auf unterschiedlichen Ausgabekanälen, Archivieren von Bildmaterial, Planen und Organisieren von Projekten und Arbeitsprozessen, Anwenden qualitätssichernder Maßnahmen, Erstellen von Angebotskalkulationen, Berücksichtigen rechtlicher Grundlagen und wirtschaftlicher Aspekte.
Berufliche Tätigkeitsfelder
Fotografinnen und Fotografen arbeiten als Selbstständige oder Angestellte überwiegend in handwerklichen Betrieben sowie im Handel, in Industriebetrieben, wissenschaftlichen, kulturellen und medizinischen Einrichtungen, Werbe- und Kommunikationsagenturen, Presse- und Stockbildagenturen, Verlagen, in Behörden und Archiven, bei der Polizei und Bundeswehr.
Bereich | Ausbildungsdauer |
---|---|
Hw | 36 Monate |
Struktur der Ausbildung
Wahlqualifikationen
Rechtsgrundlagen
vom 31.01.2025 (BGBl. I Nr. 29)