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Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS)

Partner für betriebliche Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte

ÜBS sind seit Langem ein wichtiger Pfeiler des dualen Bildungssystems. Als dritter Lernort neben Betrieb und Berufsschule unterstützen sie die duale Ausbildung insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Vermittlung berufsrelevanter Kompetenzen.

Ein Auszubildender in der Landwirschaft gibt an einem Tablet Befehle zur Steuerung eines Melkroboters ein.

In Deutschland trägt die duale Berufsausbildung maßgeblich zur Qualifizierung der Beschäftigten in Unternehmen bei. Die ausbildenden Betriebe und Unternehmen kooperieren hierbei auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes mit den berufsbildenden Schulen.

Durch die duale Berufsausbildung können und sollen Auszubildende Kompetenzen erwerben, die sie für ihren Berufsweg zukunftsweisend qualifizieren. Technologische, ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen stellen Fachkräfte aber immer wieder vor neue Herausforderungen. Eine moderne Ausbildung benötigt daher Lernorte für junge Menschen, in denen zum Beispiel auch Nachhaltigkeit, Automatisierung und Digitalisierung, Migration oder weitere aktuelle Entwicklungen berücksichtigt werden können.

ÜBS unterstützen die Ausbildungsbetriebe in diesem Zusammenhang durch die überbetriebliche ergänzende Ausbildung (ÜBA) im fachpraktischen Teil der Berufsausbildung.

Im Fokus: Moderne ÜBS und ÜBA

Ein Ausbilder schaut einem Lehrling, der eine Ausbildung zum Feinmechaniker absolviert, während eines praktischen Einsatzes bei der Steuerung einer Maschine über die Schulter.
Ein Lehrling, der eine Ausbildung zum Lackierer absolviert, führt Lackiererarbeiten mit minzgrüner Farbe durch.

Überbetriebliche ergänzende Ausbildung – berufsrelevanter Kompetenzerwerb mit Betriebspraxis

Die ÜBS unterstützen mit der ÜBA die ausbildenden Betriebe, wenn dort nicht alle Ausbildungsanforderungen erfüllt werden können und sichert so deren Ausbildungsfähigkeit. Dies betrifft häufig die Ausbildung in klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Insbesondere hier soll die ÜBA die berufliche Grundbildung vertiefen und systematisieren, sowie die Ausbildung durch den Ausgleich innerbetrieblicher Spezialisierungen sichern und ergänzen. So kann die Berufsqualifikation zum Beispiel schnell und unabhängig vom ausbildenden Betrieb an technologische Entwicklung angepasst werden. Die Inhalte der praxisnahen und handlungsorientierten überbetrieblichen Lehrgänge bzw. Ergänzungskurse orientieren sich dabei am betrieblichen Bedarf.

Betriebliche Ausbildung und ÜBA sind immer als eine Einheit zu verstehen.

ÜBS – ein Lernort mit vielen Aufgaben

In der Bundesrepublik Deutschland hat sich spätestens seit den 1970er-Jahren eine weitverzweigte Infrastruktur überbetrieblicher Berufsbildungsstätten (ÜBS) etabliert. Neben der ÜBA engagieren sich die ÜBS aber ebenso im Übergang zwischen Schule und Ausbildung, zum Beispiel durch berufsorientierende Maßnahmen. Darüber hinaus sind ÜBS auch ein wichtiger Lernort der beruflichen Fort- und Weiterbildung.

ÜBS finden sich für alle Ausbildungsbereiche und Wirtschaftszweige. Mehrheitlich unterstützen sie handwerkliche KMU in der Aus- und Weiterbildung. Aber auch in der Ausbildung für die Industrie oder die Agrar- und Bauwirtschaft sind sie vielfach tätig.

Unterstützung des Bundes für die ÜBS

Der Bund unterstützt die ÜBS in ihrer Aufgabe durch die Bereitstellung von Fördermitteln für bauliche Maßnahmen und Ausstattung sowie ihrer Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren und greift hier immer wieder aktuelle Entwicklungen, wie zum Beispiel die zunehmende Digitalisierung, durch zusätzliche Förderangebote auf.

Dienstag, 11. März 2025

Wettbewerb „Pitch im Handwerk“: Komzet-Projekt im Finale

Das Kompetenzzentrum (Komzet) in Biberach hat es mit seiner digitalen Plattform „kursm.app“ beim Wettbewerb „Pitch im Handwerk“ ins Finale geschafft. Die insgesamt sechs Finalisten werden am 13. März 2025 live auf der Messe „ZUKUNFT HANDWERK“ in München mit ihren Ideen um den ersten Platz pitchen.

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Herr Werner vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln bei seinem Keynote-Vortrag
Donnerstag, 5. Dezember 2024

Geschäftsmodelle entwickeln – ein Thema für Berufsbildungsstätten

Einblicke in die Veranstaltung „Geschäftsmodellentwicklung im Bildungsbereich“: Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Komzet und ÜBS ergründete das BIBB am 13. November 2024, welche Rolle Geschäftsmodelle im beruflichen Bildungsbereich spielen und wie diese nutzbar gemacht werden können.

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Smart Working & Learning. Handreichung für innovatives handlungsorientiertes Lernen am Kundenauftrag in multimedialen Lernwelten für die überbetriebliche Ausbildung

Gohlke, Petra | Bonn; Verlag Barbara Budrich | 2022

ISBN: 978-3-8474-2906-7 (Print); ISBN: 978-3-96208-317-5 (Open Access)

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Qualifizierungskonzepte für den modernen Holzhausbau

Lieb, Rebekka; Marpe, Petra | 2021

Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis: BWP; 50 (2021), H. 4; S. 56-57

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten - Starke Partner der Wirtschaft

| Bundesministerium für Bildung und Forschung | 2020

Evaluation der Förderung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten und ihrer Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren

| Bundesinstitut für Berufsbildung | 2020

Kleine und mittlere Unternehmen sollen ak­tiv in der betrieblichen Ausbildung und in der Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterin­nen und Mitarbeiter unterstützt werden. Um dies zu ermöglichen, fördern das BIBB aus Mitteln des BMBF und das BAFA aus Mitteln des BMWi überbetriebliche Berufsbildungs­stätten (ÜBS). Die Förderung umfasst die Ausstattung zur Durchführung von Lehrgän­gen und Kursen, den Bau von Lehrgebäuden (sowohl durch bauliche Modernisierung be­stehender Gebäude als ggf. auch Neubau) und die Weiterentwicklung von ÜBS zu Kom­petenzzentren. Inwiefern diese Maßnahmen ihre Wirkung entfalten und wie die Wirt­schaftlichkeit der Förderung zu bewerten ist, wurde im Rahmen einer Evaluation der ÜBS-Förderung ermittelt und wird im vorliegen­den Bericht dargestellt.

Dauerhaft und doch flexibel : ÜBS-Förderung mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Pfeifer, Martin; Köhlmann-Eckel, Christiane | 2018

Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis : BWP; 45 (2018), H. 5; S. 20-23

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Berufliche Bildung im Handwerk : Entwicklungen und Herausforderungen im Kontext von Digitalisierung und demografischem Wandel

Ebbinghaus, Margit; Esser, Friedrich Hubert; Frank, Irmgard; Hackel, Monika; Härtel, Michael; Helmrich, Robert; Krekel, Elisabeth M.; Kurz, Alexandra; Milde, Bettina | Bonn; Bundesinstitut für Berufsbildung | 2017

Wissenschaftliche Diskussionspapiere ; 179; 97 S.

ISBN: 978-3-945981-78-8

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