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CVTS 5 und CVTS 6

CVTS5 und CVTS6 stellen Daten zu betrieblichen Weiterbildungsaktivitäten für die Jahre 2015 und 2020 zur Verfügung. An diesen europäischen Erhebungen zur betrieblichen Weiterbildung beteiligten sich jeweils 30 Länder. Neben den EU-Mitgliedstaaten waren dies Norwegen und Nordmazedonien (2015 und 2020) sowie Serbien (2020). Die grundlegenden Definitionen und Variablen, die schon in den Vorgängererhebungen genutzt wurden, blieben erhalten, sodass zeitliche Vergleiche möglich sind.

Das BIBB wertet die CVTS-Erhebungen insbesondere mit Blick auf den europäischen Vergleich aus. Die zentralen Ergebnisse werden im BIBB-Datenreport in  Kapitel B1.2.2 dargestellt (vgl. für die zentralen Ergebnisse von CVTS5 die Ausgaben 2018 und 2019 sowie für CVTS6 2023).

Nach den CVTS5-Ergebnissen zeigten sich 2015 in vielen Ländern im Vergleich zum Jahr 2010 Fortschritte, insbesondere beim Anteil der Unternehmen, die ihren Beschäftigten Weiterbildungsmaßnahmen anbieten, und der Einbeziehung eines möglichst großen Anteils der Beschäftigten in Weiterbildungskurse. Bei der Lernzeit gemessen in Stunden in Weiterbildungskursen je 1.000 Arbeitsstunden und den betrieblichen Ausgaben der Unternehmen für Weiterbildungskurse in Relation zu den Gesamtarbeitskosten aller Unternehmen wurden allerdings nur in etwa der Hälfte der Länder Steigerungen erzielt.

In Deutschland war die Entwicklung nicht einheitlich: Der Anteil der Unternehmen mit einem Weiterbildungsangebot stieg um 5 Prozentpunkte auf 77 Prozent, bei der Lernzeit gab es mit 6 Kursstunden je 1.000 Arbeitsstunden eine Stagnation. Die Teilnahmequote an Kursen nahm leicht ab auf 38 Prozent und auch die betrieblichen Ausgaben der Unternehmen für Weiterbildungskurse in Relation zu den Gesamtarbeitskosten aller Unternehmen verringerten sich um 0,1 Prozent auf 0,7 Prozent. Damit wurden weitgehend die Ergebnisse des Jahres 2010 bestätigt. Deutschland nahm einen Platz im Mittelfeld der europäischen Länder ein.

Das BIBB führte in den Jahren 2017-2020 mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wie bei den früheren Erhebungen eine Zusatzerhebung zu CVTS5 in Deutschland durch. Weiterbildende Unternehmen, die an der CVTS-Haupterhebung teilgenommen haben, wurden zunächst in einem Telefoninterview zu den Themen Lernformen im Unternehmen, Auswirkungen von Vernetzung und Digitalisierung auf das Lernen im Unternehmen sowie Weiterbildungskooperationen und Unterstützungsstrukturen befragt. Im Anschluss wurden in 12-15 dieser Unternehmen zusätzliche Fallstudien durchgeführt, um die quantitativen Ergebnisse zu vertiefen und weitere Aspekte aufzugreifen.

Das zentrale Ereignis im Jahr 2020 war die Coronapandemie, von dem alle Länder in Europa betroffen waren. Die verschiedenen Maßnahmen (wie z. B. Lockdowns, Kontaktbeschränkungen, Homeofficepflicht) zur Bekämpfung der Pandemie schränkten die Unternehmen in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten sowie bei der Durchführung von betrieblicher Weiterbildung ein. Dies wird auch in den CVTS6-Ergebnissen deutlich: In der überwiegenden Mehrzahl der Länder sanken bei den wichtigsten Indikatoren wie dem betrieblichen Weiterbildungsangebot, der Teilnahmequote an Kursen, der Lernzeit oder den betrieblichen Ausgaben für Weiterbildungskurse die Werte oder stagnierten. Für Deutschland ergab sich hingegen eine stabile Situation: Die Teilnahmequote stieg um 6 Prozentpunkte auf 44 Prozent und die Stunden in Weiterbildungskursen in Relation zu den Arbeitsstunden der Beschäftigten aller Unternehmen nahmen um 2 Stunden auf 8 Stunden zu. Beim Anteil der Unternehmen mit einem Weiterbildungsangebot und den betrieblichen Ausgaben für Weiterbildung gab es keine Veränderungen. Deutschland konnte aufgrund der Rückgänge in den anderen Ländern seine Position im Ländervergleich deutlich verbessern.

7.8.168 - CVTS5-Zusatzerhebung für Deutschland

Laufzeit II-17 bis II-20

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